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Winterzauber am Ifen – ein Erlebnis für sich

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Schneeduenen am Gottesacker

Schneeduenen am Gottesacker

Zweifelsohne einer der attraktivsten Winterwanderwege im Kleinwalsertal ist der Rundwanderweg auf dem Gottesackerplateau. Ifen- und Hahnenköpflebahn bringen mich mit Umsteigen in gut 30 Minuten auf etwa 2.000 Meter Höhe. Es ist eine beschauliche Fahrt im Sessellift auf das “Dach der Walser Berge”. Die mächtige, langgestreckte Felsenwand des Hohen Ifen ist mein ständiger Begleiter. Ich habe Herzklopfen in Erwartung eines besonderen Naturtages.

An der Bergstation der Hahnenköpflebahn in 2.030 Meter Höhe angelangt, reichen wenige Schritte aus, um sich von der Piste zu entfernen. Abwechslungsreich führt nun der breit gewalzte und hervorragend präparierte Winterwanderweg harmonisch über den tief verschneiten Gottesacker, ein sehr schöner Ausflug, der wirklich von Jedermann und -Frau zu meistern ist.

Plötzlich bin ich mittendrin in einer bizarren Winterlandschaft, die in ein besonderes Licht getaucht ist. Vom Wind geformte Schneedünen zaubern eine besondere Atmosphäre und fesseln mein Auge. Mit jedem Schritt wird es leiser und bald ist es so still, dass es möglich ist, der Ruhe zuzuhören. Einsamkeit und Stille – ein Geschenk des Himmels in unserer hektischen Zeit – regen zum Nachdenken an und lassen die Gedanken frei werden und fliegen. Unterwegs habe ich immer wieder die Qual der Wahl: Für welche der zahllosen aufgestellten oder ausgeschaufelten Ruhebänke soll ich mich für eine Pause bloß entscheiden, um an besonderen Aussichtspunkten den fantastischen Tiefblick ins Tal zu genießen? Das winterlich eingemummelte Kleinwalsertal, welches in seiner weißen Pracht vollkommen anders wirkt als im Sommer, liegt mir gemütlich zu Füßen. Der Anblick der unendlich weißen Landschaft unter mir und des endlos blauen Himmels über mir reinigen meine Gedanken im Nu. Wind und Sonne streicheln mein Gesicht, ansonsten erlebe ich nur Ruhe, Weite, Licht und den hautnahen Kontakt zur winterlichen Natur – meine Seele lächelt und atmet auf.

Über eine ausgedehnte Schleife geht es zurück zum Fuße des Hahnenköpfles, dessen kurze Besteigung einen weiteren Höhepunkt des Tages darstellt. Ich genieße in vollen Zügen mein Gipfelglück auf 2.085 Meter, “Arm in Arm” mit dem Gipfelkreuz habe ich dank des schönen Wetters einen traumhaften Blick über den Bregenzerwald bis zum Bodensee.

Nach intensivem Gipfelgenuss entscheide ich mich für eine Einkehr im Bergrestaurant Hahnenköpfle. Hier ist sowohl für den begeisterten Sportler, als auch für den die ruhigere Gangart liebenden Wanderer Platz garantiert. Wer sich hier für eine Pause entscheidet, kann sich mit einer zünftigen, guten Brotzeit stärken und mit warmen Getränken die Körpertemperatur von innen regulieren. Den traumhaften Blick gibt’s gratis dazu. Mit einem Jagertee in der Hand beobachte ich – der überzeugte Fußgänger – von der Sonnenterrasse aus fasziniert die eleganten Schwünge der Skifahrer und die kühnen Kunststücke der Snowboarder auf den Pisten. Geschlängelte Spuren im tiefen Schnee lassen ungetrübte Abfahrtsfreude in unberührter Natur vermuten, fröhliche Juchzger dringen aus dem tiefen Pulverschnee zu mir herauf. Diese einsamen Spuren zeigen einmal mehr die Leichtigkeit des Seins und Lebensfreude pur. Auf diesen Brettern, die für viele hier die Welt bedeuten, werde ich wohl nie stehen. Trotzdem, bei allem Spaß sollte eines nicht vergessen werden: “Respektiere deine Grenzen”, heißt das Motto für den Winter, Schutzzonen sollten nicht befahren werden, denn hier wird der Spaß zum Schaden für Wald und Wild!

Das Kleinwalsertal hat für jeden etwas zu bieten, für den ambitionierten Sportler ebenso wie für den Genussmenschen. Sommers wie winters kommt hier wirklich jeder auf seine Kosten. Dabei fällt mir ein, ich wollte schon immer einmal das Schneeschuhwandern ausprobieren. Die Bergschule Kleinwalsertal kann mir dabei helfen und mir den Zauber und die Stille der unberührten Bergwelt abseits der belebten Pisten, fern von Lärm und Trubel, näher bringen. Vielleicht schon ganz bald!

 


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4 Kommentare zu “Winterzauber am Ifen – ein Erlebnis für sich”

  • Diana sagt zu :

    Liebe Angy, du begeisterst mich immer wieder. Es macht einfach Spaß, deine Artikel zu lesen, man ist einfach voll dabei, als würde man das alles selbst erleben. Es ist dir wieder einmal etwas Wunderbares gelungen. Mach weiter so und begeistere mich einfach weiter. Irgendwann schaffe ich es auch in deine Berge, die so unwahrscheinlich faszinierend sind.


  • Jürgen Weigel aus S04 sagt zu :

    Hallo Angy,
    muß man eigentlich als Fussgänger zurück zur Bergstation, oder kann man auch zu Fuss die Mittelszation erreichen?


  • Rolf Köberle sagt zu :

    Der Weg führt zurück zur Bergstation.


  • Edelgard sagt zu :

    Liebe Antje, mit Interesse hab ich Deinen Eintrag gelesen, war im Februar auch oben, es war eisigkalt, erlebe gerade den Winterwanderweg dort oben noch einmal. Bin so richtig entspannt in der warmen Stube und genieße Deinen “Winterzauber” und die Dia-Show gefällt mir auch gut. Danke, hast mich wieder begeistert.




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