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kommentierenDer strenge Winter dauert noch eine ganze Weile an, aber ein erstes Zeichen in Richtung Frühling wird trotzdem gesetzt. Ende Februar – am Samstag, den 25., ist es wieder so weit im Mittelberger Moos. Der Funken wird entzündet und abgebrannt! Es gibt verschiedene Deutungsversuche für diesen alemannischen Brauch, der schriftlich erstmals im Jahre 1090 n. Chr. erwähnt wurde. Manche Brauchtumsforscher glauben, dass es sich um ein Relikt eines alten germanischen Frühlingskults bzw. eines heidnischen Neujahrsfestes handelt. Die geläufigere Meinung handelt von der Vertreibung des Winters durch die Verbrennung der Winterhexe. Das ist in keiner Weise eine Anlehnung an die schrecklichen Hexenverbrennungen der frühen Neuzeit, sondern vermutlich erst im 19. Jahrhundert durch die Kostümierung in der Fastnacht entstanden.
Der Weg für die Veranstalter bis hin zum Funkensonntag (oder Samstag) ist lang. Die Vorbereitungen beginnen bereits im Herbst. Mitglieder des Funkenvereins, unter Anleitung von Funkenmeister Alwin Moosbrugger, schlagen geeignetes Holz, spalten, sägen entsprechend und befördern das Material direkt an den Funkenplatz zur Lagerung. Trocken muss es sein, das Holz, damit “die Funken fliegen”. Ohne einen einzigen Nagel, gekonnt und mit ausgeklügelter Technik, werden über 1.000 Holzscheite bis wenige Meter unter die Krone in achteckiger Form gestapelt. Im Inneren entsteht – ebenfalls aus Hölzern – eine Wendeltreppe, sodass die Helfer bis oben hin das Brennmaterial schichten können. Dreiundzwanzig Meter hoch wird der aktuelle Funken 2012. Zwei bis drei Tage Arbeit sind schon notwendig, bis das Bauwerk am Wipfel mit einer Hexenpuppe gekrönt werden kann.
Am Samstag trifft sich dann alles im Moos. Ab 18.00 Uhr spielt die Musik auf, zu essen gibt es Würstle und Kässemmel – abgerundet wird mit heißen und kalten Getränken. Vorfreude und gute Stimmung spitzen sich zu beim Duft von Glühwein und Punsch in der verwöhnten Nase. Und – wenn es dunkel genug ist, beginnt das Spektakel.
Der Holzturm wird vom Spender der (dreißig Meter hohen) Tanne, in diesem Jahr ist das Rolf Schuster, entzündet und steht null Komma nix in lodernden Flammen! Hunderte Menschen – Groß und Klein – beobachten das beeindruckende Schauspiel aus sicherem Abstand und lassen sich gleichermaßen faszinieren von Flammen und Funkenflug im Abendwind.
Zündende Ideen! Typisch Kleinwalsertal!
Tags: Frühling, Funkensonntag, Kleinwalsertal, Stimmung, Vorfreude, Winter

3 Kommentare zu “Funkenfeuer”
Ein sehr schöner Brauch – dieses Funkenfeuer. Den Baumeistern gehört Respekt gezollt – für diese beeindruckende Aufbauleistung und die langwierige Vorbereitung. Und der Abend des Entzündens mit allem Drumherum ist sicherlich ein ganz besonderes Highlight für Einheimische und Gäste – schade, dass ich das nicht auch erleben kann. Das ist wirklich eine tolle Sache und wird bestimmt ein sehr schöner Abend!!! Allen, die es erleben dürfen, wünsche ich dabei viel Spaß!
Liebe Grüße ins Tal
Danke für diesen schönen Bericht über den alemannischen Brauch. Ich wohne im alemannischen Schwarzwald und kenne das so nicht. Bei uns gibt es diese Feuer als hoch aufgestapelte Holzhaufen die dann angezündet werden. Dazu gibt es das Scheibenfeuer – geschnitzte Holzscheiben werden auf einen langen Stock gesteckt und im Feuer zum glühen gebracht. Dann werden sie auf einer Holzrampe mittels des Stockes in die Luft geschlagen. Idealerweise fliegen sie sehr weit und leuchten schön in der Dunkelheit. Dazu gibt es auch leckeres Essen und wie bei euch allerlei Getränke. Weil das Feuer so groß ist, wird es von der Feuerwehr, die das Fest auch organisiert, die ganze Nacht bewacht. So machen wir das im alemannischen Schwarzwald.
Liebe Grüße
Ulrike
Auch Dir, Ulrike, danke für die interessanten Zeilen zum Brauch aus Deiner Heimat.
Rolf